Barrierefreiheit bei Klickmeister

Digitale Angebote sollten alle Menschen nutzen können, unabhängig von Fähigkeiten, situativen Gegebenheiten oder verfügbarer Technik. Weil gute Barrierefreiheit Übung braucht und niemand sofort Expert:in ist, tragen wir das Thema in einer eigenen Community of Practice (CoP) zusammen: Wir lernen kontinuierlich dazu, teilen Wissen und werden gemeinsam besser.

Warum uns das wichtig ist

Viele Menschen sind auf barrierefreie digitale Angebote angewiesen, und nahezu alle profitieren von klarer, robuster Gestaltung: bei grellem Sonnenlicht, mit nur einer freien Hand am Smartphone oder unter Zeitdruck. Barrierefreiheit verbessert Produkte für alle.

Hinzu kommt die rechtliche Seite: Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten seit 2025 verbindliche Anforderungen für viele digitale Angebote. Wir verstehen das nicht als Pflichtübung, sondern als Bestätigung einer Haltung, die wir ohnehin vertreten: Ohne Zugänglichkeit ist Qualität nicht vollständig.

Barrierefreiheit betrifft alle

Einschränkungen sind nicht immer permanent. Dieselbe Fähigkeit kann permanent, temporär oder situativ betroffen sein. Wer für den einen Fall gut gestaltet, hilft allen anderen gleich mit.

Permanent Temporär Situativ
Sehen Person mit Sonnenbrille und Langstock blind Person mit Augenklappe Augenentzündung Person, geblendet von der Sonne auf dem Bildschirm Sonne auf dem Bildschirm
Hören Person mit der Hand am Ohr gehörlos Person mit Hörgerät Hörgerät Person mit großen Kopfhörern Noise-Cancelling-Kopfhörer
Motorik Person mit Beinprothese fehlende Gliedmaßen Person mit Arm in einer Schlinge gebrochener Arm Person, die ein Baby auf dem Arm trägt Baby im Arm
Sprechen Person, die nicht spricht nonverbal Person mit umwickeltem Hals Halsentzündung Person mit Sprechblasen in verschiedenen Sprachen Fremdsprache
Kognition Person mit Sprechblase voller durcheinandergewürfelter Buchstaben Legasthenie Person mit Kopfverband Gehirnerschütterung Müde Person mit Zzz-Symbol Müdigkeit

Illustrationen Daresay, Lizenz CC BY 4.0.

Barrierefreie Lösungen erleichtern die Nutzung bei permanenten, temporären und situativen Einschränkungen gleichermaßen. Das gilt für alle fünf Bereiche im Spektrum: Sehen, Hören, Motorik, Sprechen und Kognition. Untertitel sind zum Beispiel für gehörlose Menschen unverzichtbar und genauso praktisch, wenn man ein Video ohne Ton in der Bahn schaut.

Wovon alle profitieren

  • Für Nutzer:innen

    Mehr Menschen können Inhalte wahrnehmen, bedienen und verstehen, ohne Hürden, ohne Umwege.

  • Für Projekte

    Zugängliche Lösungen sind meist auch die robusteren: sauberes Markup, klare Struktur, bessere Performance und Auffindbarkeit.

  • Für das Team

    Gemeinsame Standards machen Qualität planbar und entlasten. Barrierefreiheit wird Teil des normalen Vorgehens.

Was wir konkret tun

  • WCAG-orientierte Umsetzung in Konzept, Design und Entwicklung
  • Gegenseitige Reviews und Wissensaustausch in unserer A11y-CoP
  • Tests mit Tastatur, Screenreader und automatisierten Werkzeugen
  • Barrierefreiheit als Teil des gesamten Gestaltungs- und Entwicklungszyklus
  • Workshops, Sensibilisierung und Wissensaufbau im gesamten Team

Die Köpfe hinter unserer Community of Practice

Unsere A11y-Community wird von Kolleg:innen aus Strategie, Design, Entwicklung und Qualitätssicherung getragen. Sie bringen Barrierefreiheit in ihre Projekte und die CoP zusammen.

Womit wir uns beschäftigen

In der A11y-CoP arbeiten wir uns gemeinsam durch konkrete Themen, teilen Erfahrungen, klären offene Fragen und halten fest, was sich bewährt. Eine Auswahl dessen, was wir bereits vertieft haben.

  • Semantisches HTML & ARIA

    Wann native Elemente reichen und wo ARIA wirklich hilft, statt zu schaden.

  • Tastaturbedienung & Fokus

    Sichtbare Fokus-Zustände, sinnvolle Reihenfolge und Bedienung ganz ohne Maus.

  • Screenreader-Tests

    Wie sich Seiten mit VoiceOver, NVDA und Co. tatsächlich anhören.

  • Farbkontraste

    Kontrastwerte nach WCAG prüfen und in Farb- und Komponentenentscheidungen einfließen lassen.

  • Barrierefreie Formulare

    Labels, Fehlermeldungen und Validierung, die für alle verständlich und bedienbar sind.

  • Reduzierte Bewegung

    Animationen, die prefers-reduced-motion respektieren und sich bei Bedarf abschalten.

  • Manuelles Testen & Tooling

    Manuelle Tests mit Screenreader, Tastatur und Simulations-Tools für Seh-, Kontrast- und Motorik-Einschränkungen.

  • Zugängliche Schrift

    Was Schrift für alle lesbar macht: Erkennbarkeit, Unterscheidbarkeit der Zeichen und Offenheit auch bei Unschärfe.

  • Barrierefreie PDFs

    Wie sich PDFs testen, strukturieren und zugänglich machen lassen, die ebenfalls unter BFSG und EN 301 549 fallen.

  • The WebAIM Million

    Der jährliche WebAIM-Report zu den Top-1-Mio-Startseiten, dessen Trends wir verfolgen und einordnen.

  • KI & Barrierefreiheit

    Wo KI das Testen und Erstellen unterstützt, etwa bei Alt-Texten, und wo manuelles Prüfen unverzichtbar bleibt.

  • Und vieles mehr

    Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen aus der Barrierefreiheits-Community, von neuen Techniken bis zu Konferenzen.

Lass uns über dein nächstes Projekt sprechen.

Melde dich gerne bei uns für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir gemeinsam erarbeiten, wie wir dich unterstützen können.

Finn Maybauer

Finn Maybauer

UX Engineer