Dynamische Specsheets für schnelle und flexible Produktinformationen

Produktdatenblätter wurden bei ERCO lange Zeit als statische Dateien erzeugt und ausgeliefert. Dieses Projekt ersetzte diesen Ansatz durch eine dynamische Generierung auf Basis strukturierter Daten. Damit lassen sich deutlich schneller, effizienter, robuster und günstiger Updates für die Kund:innen bereit stellen.

Kunde
ERCO Leuchten GmbH
Jahr
2025
Klickmeister
Nils Polarek

Nils Polarek

Anton Zaitsev

Anton Zaitsev

Hendrik Bode

Hendrik Bode

Ausgangssituation und Zielsetzung

Die Generierung der Produktdatenblätter bei ERCO basierte ursprünglich auf einem statischen Ansatz. Aus den Artikeldaten wurden für jede Sprache und jeden Artikel HTML-Dateien erzeugt, die anschließend auf der Website ausgespielt wurden. Bei mehreren Sprachen und zehntausenden Artikeln entstand so eine sehr große Menge an statischen Dateien.

Dieser Ansatz brachte vor allem einen entscheidenden Nachteil mit sich: mangelnde Flexibilität. Änderungen an Inhalten, Darstellungslogiken oder Übersetzungen erforderten nicht nur eine Aktualisierung der Datenbasis, sondern auch eine vollständige Neugenerierung aller betroffenen HTML-Dateien. Dieser Prozess war zeitaufwendig und erschwerte schnelle Anpassungen sowie iterative Verbesserungen erheblich.

Ziel des Projekts war es, die Produktdatenblätter von einem statischen in ein dynamisches System zu überführen. Anstelle vorgerenderter HTML-Dateien sollten die Inhalte zur Laufzeit aus einer zentralen Datenquelle generiert werden. Dadurch sollte die Anpassbarkeit erhöht, der Pflegeaufwand reduziert und die Grundlage für eine konsistente, erweiterbare Darstellung geschaffen werden.

Ergebnis: Optimierte Produktkommunikation

Die Umstellung auf dynamische Specsheets beschleunigt die Produktkommunikation bei gleichzeitigem Gewinn an Kontrolle. Produktinformationen lassen sich zentral und ohne Verzögerung anpassen und bereitstellen. Gleichzeitig konnten Teile der bisherigen Prozesskette deutlich reduziert oder vollständig abgebaut werden. Neue Produktangebote können schneller eingeführt, bestehende flexibel weiterentwickelt werden. Die einheitliche Datenbasis über mehrere Kanäle hinweg minimiert Fehlerquellen und schafft die Grundlage für die Weiterentwicklung zukünftiger Services.

Funktionaler Ansatz

Im neuen System ist ein Produktdatenblatt keine statische Datei mehr, sondern das Ergebnis einer Datenabfrage. Die erforderlichen Daten werden zur Laufzeit aus einer Datenbank geladen und das Datenblatt im Frontend dynamisch aufgebaut. Grundlage dafür ist ein strukturiertes Datenobjekt, das alle relevanten Informationen zu einem Artikel enthält. Die Darstellung folgt dabei weiterhin definierten Regeln, die bestimmen, wie Inhalte angeordnet und priorisiert werden. Abhängig von den vorhandenen Daten können sich Layout und Struktur dynamisch anpassen, etwa bei der Positionierung von Lichtverteilungskurven oder technischen Zeichnungen.

Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes liegt in der direkten Änderbarkeit. Anpassungen an Darstellung, Logik oder Inhalten können zentral vorgenommen und unmittelbar ausgerollt werden, ohne dass eine vollständige Neugenerierung aller Inhalte notwendig ist.

Parallel dazu wurde auch die Generierung der PDF-Version neu gedacht. Anstatt Inhalte aus der bestehenden HTML-Darstellung abzuleiten, basiert die PDF-Erzeugung nun auf demselben strukturierten Datenobjekt. Dadurch entsteht eine konsistente Grundlage für unterschiedliche Ausgabeformate, unabhängig davon, ob diese im Frontend oder im Backend erzeugt werden.

Technische Umsetzung

Die technische Grundlage bildet ein datenbankgestützter Prozess, bei der Produktspezifikationen über eine Anfrage als strukturierte Daten bereitgestellt werden. Diese Daten werden im Frontend verarbeitet und in eine visuelle Darstellung überführt. Die bisherige Abhängigkeit von vorgerenderten HTML-Dateien entfällt vollständig. Stattdessen wird die gesamte Darstellung zur Laufzeit erzeugt. Dies ermöglicht eine klare Trennung zwischen Datenhaltung, Logik und Präsentation.

Ein zentraler Bestandteil der Umsetzung ist die Wiederverwendbarkeit der Logik. Die Funktionen zur Darstellung und Verarbeitung der Spezifikationen wurden weitgehend in ein eigenständiges Package überführt. Dieses kann unabhängig von der konkreten Anwendung eingesetzt und weiterentwickelt werden.

Besonders die Umsetzung der PDF-Generierung profitiert von den nun verfügbaren vollständigen strukturierten Produktdaten. Die Erzeugung von PDF-Datenblättern basiert auf einer eigenständigen Library, die direkt auf den strukturierten Artikeldaten arbeitet und sowohl im Client als auch im Backend ausgeführt wird. Je nach Anwendungsfall greift das System auf dieselbe Logik zurück, nutzt jedoch unterschiedliche Ausführungsorte. Wird ein einzelnes PDF durch Nutzer:innen erzeugt, erfolgt die Generierung direkt im Client. Sollen hingegen mehrere Dokumente gleichzeitig erstellt werden, übernimmt ein Backend-Service diesen Prozess, generiert die PDFs serverseitig und stellt sie gebündelt als Download in Form eines ZIP-Archivs bereit.

Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass in beiden Fällen identische Logik und dasselbe Package verwendet werden. Es sind keine zusätzlichen Rendering-Mechanismen oder browserbasierten Workarounds notwendig. Insbesondere entfällt der Einsatz von Headless-Browsern, was die Komplexität reduziert, die Ausführung beschleunigt und die Fehleranfälligkeit deutlich verringert.

Produktspezifikation in Echtzeit: Inhalte, Layout und technische Details basieren auf strukturierten Daten und werden dynamisch im Frontend erzeugt.
Produktspezifikation in Echtzeit: Inhalte, Layout und technische Details basieren auf strukturierten Daten und werden dynamisch im Frontend erzeugt.

Wartung und Weiterentwicklung

Mit der Umstellung auf ein dynamisches System hat sich der Aufwand für Anpassungen grundlegend verändert. Änderungen an Darstellung, Logik oder Inhalten können zentral umgesetzt und unmittelbar ausgerollt werden, ohne dass umfangreiche Generierungsprozesse notwendig sind. Die Entkopplung von Daten, Darstellung und PDF-Erzeugung ermöglicht zudem eine deutlich flexiblere Weiterentwicklung. Einzelne Komponenten können unabhängig voneinander angepasst oder erweitert werden.

Gleichzeitig bleibt die Qualität der Daten ein entscheidender Faktor. Da die Darstellung direkt auf den zugrunde liegenden Daten basiert, wirken sich Unstimmigkeiten unmittelbar aus. Die Pflege und Weiterentwicklung der Datenstruktur ist daher ein integraler Bestandteil des Systems.

Herausforderungen im Projektverlauf

Die größte Herausforderung lag in der Konsistenz und Vollständigkeit der zugrunde liegenden Daten. Unterschiedliche Datenquellen enthielten teilweise abweichende Informationen, die zunächst zusammengeführt und vereinheitlicht werden mussten. Hinzu kam die Komplexität der Darstellungslogik. Die Positionierung und Gewichtung einzelner Inhalte folgt zahlreichen Regeln, die abhängig vom jeweiligen Datensatz greifen. Diese Logik musste im neuen System vollständig abgebildet und gleichzeitig so strukturiert werden, dass sie wartbar bleibt.